Glossar


Č Česnečka Knoblauchsuppe
Sehr traditionelle, deftige Vorspeise der böhmischen Küche, besonders in Nord- und Mittelböhmen weit verbreitet. Zubereitet mit Kassler- und Kartoffelwürfeln, Ei, Lauch und gerösteten Brotstücken, gewürzt mit Majoran. Die Hauptzutat ist allerdings Knoblauch und das in großer Menge. Eine gute Č. sichert auf der Weiterfahrt ein freies Abteil.

E "einschlägig" Attribut zur qualitativen Einschätzung gastronomischer Einrichtungen
Zuweisung, wenn mind. zwei der Bedingungen erfüllt sind:
• gelbe Gardinen
• eingetretene Türen (vorzugsweise im Sanitärbereich)
• unverkleidete Leuchtstofflampen im Gastraum
• spätestens ab 7 Uhr geöffnet (auch am Wochenende)
• kein Speisenangebot (da nie vorgesehen oder Küche behördlicherseits geschlossen)
Stammpublikum nachweisbar
Ein wichtiger Anhaltspunkt zur Feststellung der Qualität ist auch die Anzahl älterer, dafür aber ungepflegter Fahrräder, die vor der Lokalität ungeordnet abgestellt sind.

H Herna Spielothek, Spielkasino
kleinere Spielhalle mit angeschlossener Bar, kein Speisenangebot,
in den letzten Jahren zahlreiche Neueröffnungen,
kann örtlich Ruf und Bestand der böhmischen Gastronomie gefährden
Hospoda siehe Hostinec; Unterkategorie: Hospůdka (Verkleinerungsform von Hospoda)
Hostinec Gasthaus, Gaststätte
qualitativ zwischen Pivnice und Restaurace einzuordnen,
warme Küche mit wenigen einfachen oder Fertiggerichten mit gutem Preis-Leistungsverhältnis,
in ländlichen Gebieten noch häufig, sonst jedoch zunehmend seltener zu finden

J Jídelna Kantine
Selbstbedienungseinrichtung in größeren Bahnhöfen oder
zur Werksverpflegung von Eisenbahnern (halböffentlich),
kalte und warme Speisen, oft Frühstücks-, Mittags- und Abendangebot,
Bierausschank nicht zwingend, aber zumeist vorhanden

K Klobasa Wurst, auch Bockwurst oder Knacker von eher grober bis fettiger Erscheinungsform
zumeist warm serviert mit Brot und Senf

N Nakladaný hermelín Käse, vergleichbar in etwa mit Camembert
eingelegt in Öl mit Lorbeer, Zwiebel,Pfefferkörnern, häufig auch Pfefferoni. Benannt nach der Art/bzw. Marke des Käses. Der N. wird gewöhnlich mit Schwarzbrot oder Roggenmischbrot serviert. Neben Utopenec typisches Gericht der kalten Küche in einfachster bis einfacher Gastronmie. Nicht zu verwechseln mit "nákladní pokladna", das ist die Güterkasse auf dem Bahnhof.

O Občerstvení Imbiß
Abgabe von Flaschenbier, Erfrischungs- und Küchengetränken sowie
kleineren Speisen (i.e. Würstchen, belegte Brote, Backwaren),
baulich meist als Kiosk oder Ausschankfenster anzutreffen,
teilweise verblendet oder überdacht,
selten mit eigenem Gastraum in Barackenbauten oder Wohnhäusern,
häufig auf Bahnsteigen, an Bushaltestellen und Bahnhofsvorplätzen,
Unterkategorie: Rychlé Občerstvení (Schnellimbiß)

P Párek v rohlíku Ketwurst
Vormals weit verbreiteter traditioneller Imbiss, heute vielfach durch Angebote (US-amerikanischer) Systemgastronomie substituiert. Besteht aus gekochter (manchmal gegrillter) Wiener Wurst, Salami oder ähnlichem, welche in ein spezielles, längliches und weiches Brötchen eingesteckt wird. Dieses war vorher auf einen heißen Metallzylinder gespießt, um einen Hohlraum zu schaffen und es (innen) zu erwärmen. Traditionell mit Senf gewürzt, dabei Gefahr der Veunreinigung von Kleidung oder Dritter durch Überschießen des Selbigen. Fallweise in herkömmlichen Občerstvení im Angebot.
Pivnice Bierstube
dient überwiegend dem Ausschank von regionalem Faßbier,
oftmals rustikale bis einfache oder zweckmäßige Inneneinrichtung,
fallweise begleitend auch warme oder kalte Küche
Pohostinství Gastwirtschaft, Bewirtschaftung
seltenste gastronomische Kategorie überhaupt,
praktisch mit einer Pivnice zu vergleichen
Pivní liga etwa: "Bier-Liga"
Weit verbreitete Kampfsportart in Tschechien
Ziel ist dabei, möglichst große Mengen Bier zu trinken.
Ein Zeitkriterium kann aufgestellt sein. Seltener geht es darum, ein vorgegebenes Quantum Bier in möglichst kurzer Zeit zu leeren. Die Teilnehmer der P. müssen nicht unbedingt auf direktem Weg ihre Fähigkeiten miteinander messen. Von einer Art Unparteiischem (häufig der Wirt) werden oft Aufschreibungen geführt. In vielen Fällen wird eine Kombination aus K.-o.-System und Rundenturnier verwendet. Zumeist wird der erste Abschnitt der P. als Rundenturnier, ein weiterer als K.-o.-Turnier durchgeführt. Beliebt sind außerdem Qualifikationsausscheide. Der Redaktion sind keine Informationen darüber bekannt, ob der Sieger der P. nach Abschluß der Veranstaltung ansprechbar sein muss.

R Restaurace Restaurant
gehobenes Niveau mit gepflegten Speisen und Getränken,
Bezeichnung ursprünglich für Einrichtungen, die diesem Anspruch gerecht wurden,
zunehmend inflationär auch für einfache und einfachste Gastronomie gebraucht

S Samoobsluha Selbstbedienung
Als feste Einrichtung vorwiegend auf großen und mittelgroßem Bahnhöfen anzutreffen. Ausprägungen dann als S.-Restaurants oder reine Lebensmittelgeschäfte mit Ausschank bei durchweg einfachen Verhältnissen. Der Gast wird dabei an einer zentralen Verkaufstheke mit Kasse bedient. Im Gastraum mit Stehtischen ausgestattet sind häufig jedoch auch (wenige) Sitzplätze vorhanden.
Die S. der Gäste diente urspünglich in erster Linie der Verkürzung des Aufenthalts derselben, dieser Vorteil tritt jedoch für bestimmte Gästegruppen in den Hintergrund (vgl. Stammpublikum).
Nicht selten tritt S. unvorhergesehen in Einrichtungen auf, in denen gewöhnlich am Platz bedient wird (Auswahl möglicher Ursachen: Anwesenheit zapfberechtigter Stammgäste, Schwergang der Getränkebereitstellung, Unpässlichkeiten des Servier- oder Küchenpersonals)
Stammpublikum zeichnet sich durch mind. eine der folgenden Eigenschaften aus:
• Gleichgültigkeit gegenüber Fahrplänen, Durchsagen und Schichtwechselzeiten
• Anwesenheit auch außerhalb der bekanntgegebenen Öffnungszeiten
• Verzicht auf Bestellung fester Nahrung
• hoher Bekanntheitsgrad bei Gästen und Bedienung
• eingeräumter oder bereits zurückgezogener Kredit beim Inhaber

T Tlačenka eine Art Sülze, Preßkopf oder auch Preßwurst,
diverse Zubereitungs- und Angebotsformen
Topinka Toast
Böhmische Zwischenmahlzeit aus geröstetem und gewürztem Brot. Zur Zubereitung von Topinky (Pl.) werden landestypische Zutaten verwendet - wie altbackenes Graubrot, Grieben- oder Schweineschmalz und/oder auch Gänseleber. Die in Schmalz angebratenen Graubrotscheiben werden beidseitig mit Knoblauch eingerieben. Gelegentlich werden die gerösteten Brotscheiben auch zu landestypischen Suppen gereicht. Urteil der Redaktion: Spezialität, besonders in der Darreichungsform "Ďábelská topinka" (Teufelstoast). Für mögliche Aussenwirkungen vgl."Česnečka".

U Utopenec essigsaure Wurst ohne Darm, meist mit Zwiebelgemüse und Brot serviert,
fester Bestandteil der kalten Küche in einfachen Gasthäusern